Auf Wiedersehen Duisburg – See you soon

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Lieber Ruhrpott, wir haben hier einen Rekord aufgestellt: 574 Menschen aus über 20 Ländern haben mit uns vom 17. Mai bis 10. Juni gekocht, so viele wie noch an keinem Standort zuvor. Wir sind schon fast auf der Zielgeraden unserer Reise. Gerade haben wir unseren vierten Stopp, Deventer in Holland, erreicht. Gestern, zum Weltflüchtlingstag, haben wir uns einmal die Zeit genommen, zurück zu schauen, was wir schon alles erlebt haben, wen wir erreicht haben und welche Spuren wir hinterlassen haben. Daran wollen wir Euch teilhaben lassen und Euch zugleich dazu ermutigen, selbst Eure Herzen und Türen zu öffnen.

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Wir waren inzwischen an vier Orten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein Park im Stadtzentrum von Bari; ein Hinterhof einer ehemaligen Streichholzfabrik in Belle de Mai, Marseille; ein Kirchhof in Duisburg-Neumühl und nun die Freifläche eines ehemaligen Krankenhauses in Deventer, das inzwischen Start-Ups beherbergt. Doch das Schöne ist: Kitchen on the Run funktioniert überall. Die Menschen lieben den Container, fühlen sich hier wie zu Hause, lachen und weinen, tanzen und singen zusammen. Insgesamt haben wir schon 50 Mal gekocht, drei Picknicks veranstaltet und insgesamt 1.500 Menschen aus 60 Nationen zusammengebracht.

  • Es wurde viel getanzt…

Schon in Italien und Frankreich hat sich nach dem Essen immer mal wieder ein Tänzchen angebahnt. In Duisburg aber wurde es fast zur Regel – egal ob im Kreis, als Paar oder mit Kind auf den Schultern. Wir haben uns immer wieder anstecken lassen und haben mitgemacht. Manchmal kam die Musik vom Handy, oft genug aber haben spontan ein paar Leute angefangen, Volkslieder zu trällern. Wir haben das sehr genossen.

Tanz am Container

  • Es wurde auch viel gesungen…

Neben Volksliedern und Gebeten, gab es noch ganz besondere Töne im Container zu hören. Und zwar an einem Abend, an dem es aus Kübeln geschüttet hat. Plötzlich stand in unserer Küche ein kompletter Chor, inklusive E-Piano. Gesungen haben sie die ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Einen Eindruck davon bekommt ihr hier. Gänsehaut! Chorleiter Axel Schullz hat nun ein paar Mitsänger mehr. Besonders freut uns, dass nun einige Iraker, die im Container gekocht haben, inzwischen regelmäßig im Menschenrechte-Chor mitsingen.

  • Wir haben gemeinsam das Fasten gebrochen

Während wir in Duisburg Station gemacht haben, hat auch der islamische Fastenmonat Ramadan begonnen. Vom Sonnenaufgang bis zum -untergang sollen Gläubige auf Essen verzichten, manche trinken auch nichts. Wir haben uns darauf eingestellt und erst später als sonst gegessen. Wie so ein Kochabend abläuft, könnt ihr hier lesen.

Einen ganz besonderen Abend erlebten wir am Ende unserer Zeit in Deutschland. Das Team war eingeladen, in der großen Moschee im Stadtteil Marxloh das Fasten zu brechen. Auf dem Parkplatz davor waren große Zelte aufgebaut, fast wie bei einem Weihnachtsmarkt gab es Zuckerwatte, alkoholfreie Cocktails und Süßspeisen – als denn endlich die Sonne untergegangen war. Die besondere Stimmung beim Fastenbrechen im Speisesaal der Moschee und besonders die Offenheit der muslimischen Gemeinde dort, hinterließen einen bleibenden Eindruck bei uns.

  • Wir haben Gemeinsamkeiten entdeckt

Wer hätte das gedacht. Initiatorin Jule hat auf ihrem linken Ringfinger einen kleinen Anker tätowiert. Beim Einkauf mit dem Syrer Mohammed konnte sie es erst gar nicht fassen. Der hat nämlich haargenau dasselbe Motiv an seinem, ganz genau, Ringfinger. Eine überraschende Gemeinsamkeit mehr, genau wie die Liebe zum Meer.

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  • Über uns wurde berichtet

Wir sind ganz entzückt, wie groß das Interesse deutscher Medien in Duisburg war. Neben Lokalzeitungen, die noch vor dem ersten Kochabend berichtet haben, hat Spiegel Online, die Deutsche Welle und der WDR berichtet. Letzterer sogar in einer Live-Schalte vom Kochabend. Neben dem Besuch der vielen Medien, die unser Projekt bekannter machen, haben wir uns gefreut, den Bürgermeister Manfred Osenger im Container begrüßen zu dürfen. Er hat fleißig mitgeholfen.

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  • Und wir haben ein Jubiläum gefeiert

Am 26. Mai war es genau ein Jahr her, dass Kitchen on the Run den Advocate Europe-Wettbewerb gewonnen hat. Ohne die 50.000 Euro „Startgeld“ wäre das Projekt vielleicht für immer in einer Schublade versunken. Wenn wir heute darauf schauen, wie viel dadurch inzwischen bewegt wurde, sind wir selber erstaunt.